Euskirchen

Die Kreisstadt Euskirchen ist das Zentrum einer Region, die Nordeifel und Zülpicher Bördelandschaft miteinander verbindet. Mit ca. 57.000 Einwohnern ist Euskirchen nicht nur Sitz der Verwaltung des Kreises Euskirchen, sondern auch ein wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt eines Einzugsbereichs von fast 200.000 Menschen im Südwesten von Nordrhein-Westfalen.

Die ehemalige Tuchmacherstadt wurde bereits um das Jahr 870 erstmals urkundlich erwähnt. Die noch heute als eines der Wahrzeichen geltende Martinskirche wurde bereits um 800 erbaut und im Laufe der Jahrhunderte erweitert. Sie ist damit nicht nur eine der schönsten, sondern auch ältesten Kirchen im Rheinland.

sankt martinskirche und stadtbefestigung
Die St. Martinskirche mit den Resten der einst ca. 1,5 km langen Stadtmauer.

Durch den Kernort fließen zwei bekannte Flüsse, die Erft und der Veybach, die in den Erftauen zusammenfließen. Neben der bekannten Steinbachtalsperre und ihrem angegliederten Freibad ist auch die Madbachtalsperre nahe der Grenze zu Rheinbach ein Wasserreservoir Euskirchens.

Die verkehrsgünstige Lage nahe der Städte Köln und Bonn sowie zur Eifel sprachen schon immer für Euskirchen und so erhielt der Ort bereits sehr früh (1302) die Stadtrechte. Ab dem Jahr 1325 war die Stadt wie damals üblich von einer 1,5 km langen Stadtmauer umgeben, die drei Stadttore und sieben Wehrtürme umfasste. Überreste findet man davon noch heute, aber dazu später mehr bei den Sehenswürdigkeiten der Stadt.

 

Mittelzentrum zwischen Eifel und Rheinland

Die Menschen in und um Euskirchen (Öskerche) haben ebenso wie die Kölner einen ganz besonderen und sympathischen Dialekt, den man als Kenner schnell heraushört. Das Euskirchener Platt hat dabei einige Eigenarten, aber natürlich auch viele Ähnlichkeiten mit dem Kölschen und dem, Eifeler Platt. Heimliche Hymne der Euskirchener ist das Lied „Öskerche, Öskerche, Heimatstädtchen fein“, welches auch gerne im Karneval gesungen wird. Dieses im Rheinland wichtige Fest begeht Euskirchen natürlich als Hochburg mit einem großen Rosenmontagsumzug, einem Kinderzug und zahlreichen kleineren Umzügen in den Dörfern und Stadtteilen.

dicker turm
Der Dicke Turm ist der älteste Stadtturm von Euskirchen.

Das Stadtgebiet von Euskirchen umfasst fast 140 qkm und ist damit fast so groß wie das Fürstentum Liechtenstein. Einen eigenen Fürsten gibt es zwar nicht in Euskirchen, aber immerhin zwölf Burgen wie die Burg Flamersheim, die Burg Kessenich, die Kleeburg oder die Hardtburg. Die Region ist damit ausgesprochen burgenreich, was auf die bewegte und umkämpfte Geschichte dieses Landstrichs hinweist. Einige der Burgen werden in der alljährlich im Sommer stattfinden und familienfreundlichen Radtour „Euskirchener Burgenfahrt“ angesteuert.

Heute verläuft das Leben hier zum Glück weitgehend friedlich, Euskirchen hat keine nennenswerten Konflikte mit seinen Nachbarkommunen Weilerswist, Zülpich, Mechernich und Bad Münstereifel. Und selbst mit den beiden Nachbarkommunen Rheinbach und Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis gibt es keine größeren Probleme, außer vielleicht Diskussionen um pendelnde Schüler oder Sorgen um gegenseitige Konkurrenz bei den Schwimmbädern. Gute Beziehungen pflegt Euskirchen auch auf internationaler Ebene, nämlich mit den Partnerstädten Charleville-Mézières (seit 1961) und Basingstoke and Deane (seit 1986).

stadtwappem euskirchen
Das Stadtwappen am Alten Rathaus Euskirchen mit den Wappen der Partnerstädte.

Obwohl Euskirchen die bevölkerungsreichste Stadt im Kreis Euskirchen ist bietet selbst die Kernstadt zahlreiche Grünanlagen und Parks, die nicht nur im Sommer einen Besuch lohnen. So gibt es direkt am Marienhospital, dem Krankenhaus von Euskirchen, bereits seit dem Jahr 1900 den Stadtwald, der 1905 in seinem Zentrum den Schillerstein (zu Ehren des Dichters Friedrich Schiller) erhielt und der heute als sprudelnder Brunnen fungiert. Er findet man Jogger, Walker und ganz in der Nähe eine Tennisanlage.

springbrunnen im schillerpark
Der kleine aber feine Schillerpark strahlt eine beruhigende Atmosphäre aus.

Weitere grüne Bereiche findet man u.a. am Disternicher Torwall. Einen großen Spielplatz und eine Skateanlage findet man an der Auelsburg. Direkt an der alten Tuchfabrik Schiffmann findet man den Stadtpark (auch Ruhrpark genannt), der ebenso wie der Schillerpark zwar klein, aber sehr gepflegt und für seine zentrale Lage recht ruhig ist. Die größte Grünanlage von Euskirchen sind allerdings die bereits seit 1896 bestehenden und stetig erweiterten Erftauen am Rande der Stadt. Hier gibt es Wildblumenwiesen, einen Wasserspielplatz, Spielplätze, den Erfttreff mit der Petánque-Anlage, Kräutergärten und Naturlehrpfade.

radfahren an der erft
Entlang der Erft kann man hervorragend Radfahren.

Nahe der Erftauen befindet sich seit dem Jahr 2015 die Thermen & Badewelt Euskirchen. Hier findet man neben hunderten Südseepalmen eine ganze Reihe von Schwimmbädern und Pools sowie eine ausgedehnten Sauna- und Wellnesslandschaft. Und das Ganze unter einer Glasbedachung, die das ganze Jahr über tropische Temperaturen ermöglicht. Hinzu kommen Mottoveranstaltungen, Shows, kulinarische Angebote und sogar Cocktails direkt an der Bar im Wasser – was will man mehr um einen Kurzurlaub vom Alltag zu verbringen?

thermen und badewelt euskirchen
Die Thermen & Badewelt Euskirchen von den Erftauen gesehen.

Die Kernstadt Euskirchen wird gerne aufgeteilt in die historische Altstadt sowie die Viertel nach Himmelsrichtungen. Der als Wohnort begehrteste Teil ist wie in vielen Städten die Südstadt, wobei man dies auch an den Immobilienpreisen bemerkt. Hinzu kommen seit den Eingemeindungen im Jahre 1969 nunmehr 22 weitere Stadtteile des Euskirchener Umlands: Billig, Dom-Esch, Elsig, Euenheim, Flamersheim, Frauenberg, Großbüllesheim, Kessenich (gilt meist als Stadtviertel), Kirchheim, Kleinbüllesheim, Kreuzweingarten, Kuchenheim, Niederkastenholz, Oberwichterich, Palmersheim, Rheder, Roitzheim, Schweinheim, Stotzheim, Weidesheim, Wißkirchen und Wüschheim.

 

Sehenswürdigkeiten, Events und Shopping

Im Bereich des Kernorts gibt es trotz der massiven Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg noch eine sehr sehenswerte historische Sehenswürdigkeiten. Neben der Martinskirche lohnt sich auch ein Besuch der zahlreichen Kirchen der Stadt, wie etwa der Herz-Jesu-Kirche, der Matthiaskirche und der Evangelischen Kirche von Euskirchen. In der Annaturmstraße erinnert ein Denkmal an die ehemalige Synagoge von Euskirchen.

Einige renovierte Stadthäuser und Stadtvillen lassen heute noch erkennen, wie prächtig das alte Vorkriegs-Euskirchen ausgesehen haben muss. Rund um und am Alten Markt befinden sich zahlreiche Restaurants, Cafés und Kneipen, die einem gastronomische Angebote im Herzen der Einkaufsstraßen bieten. Bei schönem Wetter sollte man draußen essen und kann die Atmoshäre der Stadt genießen.

alter markt
Der Alte Markt von Euskirchen bietet zahlreiche gastronomische Angebote.

Auch der Dicke Turm ist sehenswert und die Überreste der alten Stadtbefestigung sollte man ebenfalls gesehen haben.

Die Geschichte der Stadt Euskirchen von der Römerzeit bis heute kann man im Stadtmuseum am Kulturhof (Neutorwall) entdecken. Ein interessanter Bau ist auch das Alte Rathaus, dass urprünglich aus dem 14. Jahrhundert stammt, allerdings durch Brand und Krieg zerstört wurde und daher 1952 rekonstruiert werden musste.

stadthaeuser euskirchen
Typische Stadthäuser von Euskirchen.

Die flache bis hügelige Landschaft am Fuße der Eifel machen Euskirchen auch zu einem hervorragenden Ort für Fahrradtouren und Wanderausflüge. Es bieten sich Touren entlang der Wasserburgen-Route oder entlang des Erftradwegs an, ebenso natürlich Besuche im Nationalpark Eifel. Ebenso zieht Euskirchen nicht nur zur Karnevalszeit jedes Jahr aufs neue zahlreiche Besucherinnen und Besucher zu verschiedenen Events und Veranstaltungen an, wie etwa die Donatus-Mai-Kirmes oder den Simon-Juda-Markt im Herbst. Beliebt sind auch das Musik- und Kneipenfestival „Nightgroove“, das Stadtfest, das Knollenfest, der Kunsthandwerkermarkt, das Weinfest oder verschiedene Veranstaltungen in den Erftauen wie Trödelmärkte, das Sommerfest „Treff Natur“ oder der Max-Buddels-Fun-Lauf. 

Klimatisch ist die Region um Euskirchen eher sonnig und niederschlagsarm (um die 650 – 700 mm/Jahr), während im Umland oft Wolken zu sehen sind, bildet sich über der Stadt oft ein blaues Loch. Vorherrschende Westwinde regnen sich meist in der Eifel oder davor ab, so dass hier das typische Bördeklima vorherrscht. Die Landwirtschaft um Euskirchen bringt neben den üblichen Ackerbauflächen insbesondere Zuckerrüben hervor. Während der Zeit der „Rübenkampagne“ (ab Mitte September bis Ende des Jahres) bringen dann die Landwirte ihre Rüben zur Euskirchener Zuckerfabrik, die bereits seit 1879 aktiv ist. Heute hat Pfeifer & Langen seinen Sitz im EURO-Park im Südosten der Stadt und im Stadtteil Roitzheim. Dieses ist nach dem Industriepark am Silberberg (IPAS), das zweitgrößte Industriegebiet der Stadt.

Für das Umland Euskirchens ist der Bahnhof der Stadt im Pendlerverkehr zwischen der Eifelbahn (Köln-Trier), der Voreifel- und Erfttalbahn (Bonn-Bad Münstereifel) und der Bördebahn von wichtiger Bedeutung. Die Erreichbarkeit von Euskirchen über öffentliche Verkehrsmittel ist damit ausgesprochen gut und machen Euskirchen selbst für Kölntouristen als Destination begehrt. Ferner ist Euskirchen über die A1 (und A61) gut über die Autobahnen und über Bundesstraßen gut erreichbar.

parkhotel euskirchen
Das 2005 erbaute Parkhotel liegt direkt gegenüber dem Bahnhof von Euskirchen.

Das 2005 errichtete Parkhotel direkt gegenüber dem Bahnhof trägt diesem Umstand Rechnung und wird gerne auch von Messebesuchern aus Köln genutzt. Die Anbindung der Orte an Euskirchen erfolgt ferner über die relativ engmaschig fahrenden Buslinien des Stadtverkehrs Euskirchen (SVE). Ebenso sind die Flughäfen von Köln/Bonn und Düsseldorf schnell erreichbar.

Als Bildungsstandort verfügt Euskirchen über ein dichtes Netz an Grundschulen, weiterführenden Schulen, Berufsschulen und zwei Gymnasien (Marienschule und Emil-Fischer-Gymnasium). Es ist außerdem ein Studienzentrum der Fernuniversität Hagen. Es ist ebenso Sitz des Amtsgerichts, mehrerer Kasernen und des Finanzamts. Als attraktive Einkaufsstadt hat Euskirchen ein großes Einzugsgebiet im Rheinland. Zahlreiche Geschäfte und Einkaufszentren befinden sich in der Innenstadt und ermöglichen vielen Eifelern ein gemütliches shoppen und ersparen eine Fahrt nach Köln, Aachen oder Bonn. In der Fußgängerzone finden sich insbesondere Geschäfte für Bekleidung, Mode, Optiker, Juweliere und Alltagsbedarf.

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Der Gewerbe-Brunnen am Alten Markt mit Bäuerin, Weber und Gerber.

Natürlich auch etliche kulinarische Angebote – vom Fischbrötchen zum Döner oder Pizza wird fast alles geboten. Nach einem Besuch im Kaufhof, bei C&A oder s.Oliver kann man es sich auch in einem Café oder den Bäckereien gemütlich machen und Kaffee und Kuchen konsumieren. Zahlreiche Denkmäler wie etwa der Gewerbe-Brunnen, das Sparschwein-Denkmal oder viele andere kleinere oder größere Kunstobjekte machen Euskirchen auch zu einer Stadt von Kunst und Kultur.

Sportlich dagegen geht es zu in den Sportanlagen der Stadt, von denen das Erftstadion am Schwalbenberg die bekannteste ist. Hier finden nicht nur zahlreiche Leichtathletik-Veranstaltungen der erfolgreichen LGO Euskirchen/Erftstadt statt, sondern auch die Heimspiele der Fußballmannschaften des TSC Euskirchen. Es bietet 5.500 Zuschauern Platz, davon 550 überdacht. Der Verein wurde 1967 gegründet und spielte immerhin schon in der ehemaligen Oberliga, der damals vierthöchsten Spielklasse des Fußballs. Und auch heute noch spielt der ETSC, wie man ihn auch nennt, regelmäßig Freundschaftsspiele gegen den 1. FC Köln, Fortuna Köln oder den Bonner SC.

Es gibt noch viele gute Gründe Euskirchen, die Stadt an Erft und Veybach zu besuchen, am besten schauen Sie einmal vorbei! Für den virtuellen Rundgang besuchen Sie einfach unsere Fotogalerie Euskirchen.