Geografie

Die Geografie der Nordeifel hat landschaftlich einige Besonderheiten zu bieten. Als westlichstes Mittelgebirge Deutschlands ist die Region weitaus weniger kontinental geprägt, als andere Mittelgebirge. Die hügelige Landschaft ist geprägt von ausgedehnten Wäldern, Wiesen, Seen, Füssen und Bächen.

Durch die vorherrschenden West- und Südwestwinde ist das Wetter oft wechselhaft und bleibt von lang anhaltenden Kälte- und Hitzeperioden verschont. Dafür ist es häufig windig und im Sommer können vom Atlantik über Belgien einrückende Regengebiete abregnen an den Höhenzügen. Trotzdem gibt es auch in der Nordeifel natürlich lange und schöne Sommertage, die man an den zahlreichen Seen und Talsperren genießen kann. Gute Bademöglichkeiten findet man dann am Rursee, am Freilinger See, am Kronenburger See, am Zülpicher See oder an der Steinbachtalsperre. Wer lieber einen Kurzurlaub im Ausland verbringen will, der fährt an den Bütgenbacher See in Ostbelgien (Deutschsprachige Gemeinschaft).

seen in der nordeifel
Steinbachtalsperre bei Euskirchen-Kirchheim (c)

Insgesamt wird das Bioklima der Eifel als positiv eingestuft und die Luft ist verhältnismäßig rein und sauber. Trotz dem gemäßigt-atlantischen Klima sind die Jahreszeiten natürlich schon deutlich spürbar in der Nordeifel. Schnee fällt von Jahr zu Jahr unterschiedlich, so können auch längere Winter zur Freude der Wintersportler dann am Weißen Stein bei Hellenthal-Udenbreth oder in Rohren (bei Monschau) Einzug halten.

 

Charakteristik und Abgrenzung der Nordeifel

Die Region ist umzingelt von einigen größere Städten wie Aachen, Koblenz, Trier und der Region Köln/Bonn. Das macht die Nordeifel zu einem beliebten Ausflugs- und Naherholungsgebiet für die Bewohner dieser nahen Zentren, ebenso wie die vielen Besucherinnen und Besucher aus den Niederlanden und Belgien. Insbesondere die Niederländer genießen das hügelig-liebliche Relief der Landschaft, welches sie in der flachen Heimat vermissen.

So verwundert es nicht, dass man immer wieder auf gelbe Nummernschilder trifft und sich mittlerweile zahlreiche Niederländer in den Eifeldörfern ein Ferienhaus oder gar das Rentendomizil angeschafft haben. Sprachlich haben sie in der Eifel relativ wenig Probleme, denn das Eifeler Platt hat durchaus eine Gemeinsamkeiten mit der Niederländischen Sprache.

Die Grenzen der Nordeifel zu definieren ist allerdings nicht gerade einfach. Den nördlichen Grenzbereich bilden Städte wie Langerwehe, Düren und Euskirchen. Die Voreifel mit ihrem begünstigten Klima profitiert von der Lage im Regenschatten der Eifel. So ist das Klima der Jülicher und Zülpicher Börde ausgesprochen trocken und sonnig.

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Blühendes Rapsfeld bei Flamersheim (c)

Politisch ist die Eifel aufgeteilt in die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie mit Belgien. Klein ist diese mit ca. 5.300 qkm Region nicht. Mit dieser Fläche ist sie ungefähr doppelt so groß wie das deutsche Bundesland Saarland.

Aber will man die Grenze zwischen Nordeifel und Südeifel finden, helfen diese Angaben und Grenzen nicht weiter, zumal diese politisch, aber nicht geografisch gezogen wurden (was zu allerlei Verwirrungen führen kann, denn einige Exklaven u.a. durch die Vennbahn (Mützenich, Roetgener Wald etc.) sind keine Seltenheit.

Auch die Verwaltungseinheiten in der Nordeifel mit dem Kreis Aachen, dem Kreis Düren und dem Kreis Euskirchen in NRW, sowie dem Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz sind selten durch geografische Gegebenheiten entstanden.

Geografische Regionen sind dann schon hilfreicher, so gibt es in der Nordeifel Landschaften namens: Hohes Venn mit seinem Vennvorland, Rureifel mit dem Kermeter, der Dreiborner Hochfläche und dem Monschauer Heckenland sowie der Kalkeifel, dem Ourtal, dem Hürtgenwald und dem Zitterwald. Die Ahreifel und die Schneifel bilden dann den Übergang zur Südeifel (Vulkaneifel), wo die Landschaft durch die vulkanische Prägung einen anderen Charakter ausstrahlt.

Die Nordeifel zieht sich bis nach Ostbelgien und nah Luxemburg, hier spricht man irgendwann von den Ardennen bzw. vom Ösling. Diese ganzen Regionen gehören allerdings alle zum Rheinischen Schiefergebirge. Der höchste Punkt der Eifel ist die Hohe Acht mit immerhin ungefähr 747 m Höhe. Sie ist ein Vulkankegel und die Landschaft in dieser Region zeigt eine deutlich vulkanisch geprägte Landschaft, hier und weiter südlich findet man dann die berühmten Maar, von denen das Pulvermaar das größte ist. Auch der Laacher See mit seinen mystischen Geräuschen und seinem blubbern sowie der Abtei Maria Laach ist einen Besuch wert.

 

Vielfalt der Nordeifel

Auch einige Flüsse haben in der Nordeifel ihre Ursprung wie die Ahr (Blankenheim), die Urft (Dahlemer Wald), die Erft (Holzmühlheim) und die Kyll (Zitterwald bei Losheimergraben). Bei aller landschaftlicher Prägung der Hocheifel findet man in den Täler und Ebene durchaus einige größere Orte und Städte, diese entstanden teilweise schon zu römischer Zeit oder im Mittelalter, lagen an alten Handelsstraßen oder Flüssen.

Bekannte Orte der Nordeifel sind u.a. Bad Münstereifel, Blankenheim, Dahlem, Düren, Eupen, Euskirchen, Gemünd, Hellenthal, Langerwehe, Losheim, Malmedy, Mechernich, Monschau, Nettersheim, Nideggen, Rheinbach, Roetgen, Schleiden, Stadtkyll und St. Vith.

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Blankenheim – mit Burg und Weiher (c)

Eine der neueren Einrichtungen der Nordeifel ist der Nationalpark Eifel, der seit 2004 zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Region einlädt. Er ist der einzige Nationalpark im dicht besiedelten Bundesland NRW und mit einer Fläche von 110 qkm im Vergleich zu anderen Nationalparks eher kompakt.

Dafür hat er eine spannende Tier- und Pflanzenwelt zu bieten. Bekannteste Vertreter sind die Wildkatze, der Luchs, der Biber, zahlreiche Eulen und Fledermäuse, der Schwarzstorch, die Geburtshelferkröte, Salamander und verschiedenen Greifvögel. Die typischen Buchenwälder findet man genauso wie die alljährlich im Frühling stattfindende Narzissenblüte mit Millionen von Exemplaren auf den Auenwiesen in Monschau (Fuhrtsbachtal, Perlbachtal) und Hellenthal (Oleftal).

Neben vielen anderen seltenen Pflanzen und Kräutern findet man außerdem den Ginster (Eifelgold, Besenginster) in der Nordeifel, der im Frühsommer die Landschaft, insbesondere auf der Dreiborner Hochfläche aber vereinzelt auch in anderen Bereichen der Eifel goldgelb zum Erleuchten bringt.