Nordeifel-Info

Die Grenzen der Nordeifel und der Eifel genau zu definieren ist nicht einfach.

Die Eifel ist das westlichste Mittelgebirge Deutschlands. Geografisch wird sie begrenzt durch Städte wie Aachen (Norden), Koblenz (Osten) und Trier (Süden). Die Übergangsgebiete wie die Bördelandschaften ziehen sich des weiteren im Nordosten entlang von Aachen, Düren und Bonn sowie über Euskirchen in Richtung Köln.

wandern im herbst in der nordeifel

Typische Herbstlandschaft der Eifel (c)

Ab der Grenze zu Belgien spricht man von den Ardennen, bzw. zu Luxemburg vom Ösling. Diese Gebiete gehören jedoch alle wie die Eifel zum Rheinischen Schiefergebirge. Der höchste Punkt ist die Hohe Acht (ca. 747 m), ein Vulkankegel, der wie andere seiner Art die vulkanisch-aktive Seite des Mittelgebirges repräsentiert.

Zahlreiche Flüsse haben in der Eifel ihre Quellen wie die Ahr (Blankenheim), die Urft (Dahlemer Wald), die Erft (Holzmühlheim) und die Kyll (Zitterwald bei Losheimergraben).

Um das Wichtigste zusammenzufassen folgen hier nun einige Eckdaten.

 

Nordeifel/Eifel-Informationen
kurz und knapp:

Politische Gliederung: Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Belgien.

Geografische Regionen: u.a. Hohes Venn, Vennvorland, Rureifel (mit Kermeter, Dreiborner Hochfläche und Monschauer Heckenland), Kalkeifel, Ourtal, Hürtgenwald, Zitterwald. Die Ahreifel und die Schneifel bilden den Übergang zur Südeifel (Vulkaneifel).

Verwaltungseinheiten (Nordeifel): Kreis Aachen, Kreis Düren und Kreis Euskirchen (NRW), Landkreis Vulkaneifel (Rheinland-Pfalz).

Landschaftsbild: Hügelige Mittelgebirgslandschaft mit hohem Waldanteil, sowie zahlreichen Flüssen und Bächen. Die Landschaft bietet zahlreiche Stauseen (Rursee, Urftsee, Oleftalsperre, Kronenburger See, Perlbachtalsperre etc.). Der Süden ist vulkanisch geprägt und landschaftlich schroffer, hier findet man auch die zahlreiche Maare wie das Pulvermaar, das Meerfelder Maar und das Gemündener Maar sowie den immer noch “blubbernden” Laacher See, eine wassergefüllte Caldera.

erft in bad münstereifel

Die Erft entspringt in Holzmühlheim und fließt u.a. durch Bad Münstereifel (c)

Naturparks: Naturpark Hohes Venn-Eifel, Naturpark Rheinland.

Nationalpark: Nationalpark Eifel (seit 2004), Fläche: 110 qkm.

Bekannte Städte und Orte (alphabetisch): Altenahr, Bad Münstereifel, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Blankenheim, Büllingen, Bütgenbach, Dahlem, Düren, Eupen, Euskirchen, Gemünd, Hellenthal, Hürtgenwald, Jünkerath, Kreuzau, Langerwehe, Losheim, Malmedy, Mechernich, Monschau, Nettersheim, Nideggen, Rheinbach, Roetgen, Schleiden, Stadtkyll, St. Vith und Zülpich.

Geschichte: Die heutige Landschaft ist geprägt von den vulkanischen Ereignissen der Erdgeschichte, sowie der folgenden Eiszeit (hier entstanden auch die Torfmoore, von denen noch heute das Hohe Venn zeugt). Bereits vor ca. 80.000 Jahren war die Eifel von Jäger und Sammlern besiedelt (u.a. Funde aus der Buchenlochhöhle, Magdalenahöhle und Kakushöhle). Es wanderten später Kelten und Germanenstämme in und durch die Region (Treverer, Eburonen etc.). Der römische Feldherr und Staatsman Gaius Julias Cäsar (100 v. Chr. – 44 v. Chr.) gab dem Gebiet den Namen Arduenna silva, woran heute noch der Name der belgischen Ardennen erinnern.

Ab 54 v. Chr. gehört die Region zum Römischen Reich, in dieser Zeit entstehen einige Städe (wie etwa das mächtige Trier oder auch Tolbiacum, heute: Zülpich) und Bauwerke wie die Römische Wasserleitung aus der Eifel nach Köln. Vor allem in der Nordeifel erhalten römische Legionäre Landschenkungen und siedeln sich an. Ebenso wandern die mit Rom verbündeten Ubier ein. Es entstehen wichtige Handelsstraßen zwischen Städten, Militärlagern und Herbergen. Es wurden auch Bodenschätze wie Eisen, Blei, Zink, Kupfer und Kalb abgebaut und verhüttet.

Nach der römischen Herrschaft war die Eifel Teil des Fränkischen Reichs und kam mit dem Vertrag von Verdun (843) zum Teil an das Ostfrankenreich und an das Reich Lothars I.  Das Gebiet war immer noch ausgesprochen waldreich und ansonsten von Bauern bevölkert. Im späteren Mittelalter war die Eifel und ihre Ländereien umkämpftes Grenzgebiet der Erzbistümer Kurköln und Kurtrier, dem Herzogtum Jülich und der Grafschaft Luxemburg.

die geschichte der eifel

Auch die Post dauerte in der einst abgelegenen Eifel etwas länger (c)

Ab 1815 wurde die Eifel preußisch und galt als ungeliebter Außenposten (Preußisch Sibirien). Für die Eisenindustrie waren die Eifelwälder stark dezimiert, die Preußen forsten mit untypischen Fichten auf. Mit der Gründung des Deutschen Reichs (1870/71) wurde das rückständige Straßennetz und das Eisenbahnnetz verbessert. Auch Ausflügler aus den Städten entdecken die Eifel als Ferienregion. Nach dem Ersten Weltkrieg erhält Belgien die Region um Eupen-Malmedy. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde auch die Eifel mit dem Westwall durchzogen, einem Verteidigungswall mit Bunkern und Panzersperren. Im Krieg wird die Eifel Schauplatz der Ardennenoffensive und der Schlacht im Hürtgenwald. Nach dem Krieg erhielten zwei neugeschaffenen Bundesländer Teil der Eifel: Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. In beiden Bundesländern ist sie somit eine Region in Randlage. Mit Gründung des Nationalparks Eifel in 2004 wird die Bedeutung der Eifel als touristische Region weiter gestärkt.

Traditionen & Brauchtum: Auch lokale Feste und Brauchtum charakterisieren die Eifel und ihre Orte. Traditionelle Feste sind z.B. die Kirmesveranstaltungen (Mai, Herbst), die Maifeste, die Waldfeste im Sommer (mit Livemusik), der Karneval (mit Sitzungen, Tanz- und Musikevents und Umzügen), die Stadtfeste, Sportveranstaltungen sowie Weihnachts- und Adventsmärkte.

Fläche: die gesamte Eifel hat eine Fläche von ca. 5.300 qkm (damit ca. doppelt so groß wie das Saarland).

Höchste Berge der gesamten Eifel: Hohe Acht (747 m), Ernstberg (ca. 700 m), Kuppe nahe Schwarzer Mann (699 m).

Flüsse der Eifel: u.a. Ahr, Erft, Inde, Kyll, Mosel, Nette, Olef, Perlenbach, Rur, Sauer, Swist, Urft, Veybach und Weser.

Fauna: Die Tierwelt der Eifel ist geprägt von den typischen Vertretern Mitteleuropas, man findet u.a. Rotwild, Wildschweine, Biber, Eichhörnchen, Feldhamster, Feldmaus, Fledermäuse, Füchse, Feldhasen, Luchse, Marder, Maulwürfe, Igel und Wildkatzen. Auch Findet man verschiedene seltene Schmetterlingsarten, Frösche, Kröten und Salamander, ebenso zahlreiche Singvögel wie Amseln, Blaumeisen, Gimpel, Sperling und Singdrossel.

Hinzu kommen Eisvögel, Wildgänse, Raben und sogar Störche. Natürlich findet man auch allerhand Greifvögel wie Adler, Bussard, Falken, Habicht und Milan. Ebenso Eulenarten wie Uhu, Waldkauz und Waldohreule. In den Flüssen und Seen findet man natürlich auch zahlreiche Wassertiere und Fische wie Aale, Barsche, Brassen, Forellen, Hechte, Karpfen, Rotaugen und Zander.

Flora: Die Eifel ist geprägt von einer typischen Mittelgebirgscharakter mit Mischwäldern, weiten Wiesen, Felder, Seen und Flüssen. In preußischer Zeit und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in schneller Wiederaufforstung Nadelwälder angelegt, die im Bereich des Nationalparks Eifel durch die typischeren Buchen ersetzt werden sollen. Die Eifel ist bekannt für das Vorkommen zum Teil seltener Pflanzenarten und Wildkräuter. Zu nennen sind u.a. Bärlauch, Bärwurz, Buschwindröschen, verschiedene Farne, Ginster (Eifelgold), Narzissen (Narzissenwiesen), Heidekraut, Maiglöckchen, Krokusse, Hahnenfuß, Orchideen, Holunder und Wacholder.

Sprache: Neben Hochdeutsch verstehen und sprechen die Eifeler noch heute ihren lokalen Dialekt (Eifeler Platt). Diese Dialekte sind regional vor allem in der Schreibweise sehr verschieden und unterscheiden sich manchmal schon von Dorf zu Dorf. Die Dialekte der Nordeifel ähneln mehr dem Öcher Platt und Kölsch (Ripuarisch), die der Südeifel gelten als moselfränkisch und ähneln dem Lëtzebuergesch aus Luxemburg (allerdings mit weniger französischen Lehnwörtern.

Klima: Gemäßigte Klimazone mit starker Prägung von West- und Südwestwinden, daher nicht zu heiße Sommer und mäßg kalte Winter. Zum Teil jedoch auf den Hochlagen schneereich. Wintersportgebiete sind u.a. am Weißen Stein, am Schwarzen Mann und in Monschau-Rohren. Insgesamt gilt das Eifelklima als bioklimatisch positiv, da es nur selten schwül und die Luft für mitteleuropäische Verhältnisse sauber ist.

Partnerstädte: Die Städte und Gemeinden der Region haben zahlreiche internationale Partnerstädte, hauptsächlich in Europa. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit äußert sich vielfältig, ob durch Schüler- und Jugendaustausch, gegenseitige Besuchen nicht nur offizieller Art und sogar Hilfsprojekte bei Naturkatastrophen. Beispiele für erfolgreiche und langjährige Partnerschaften sind Bad Münstereifel (Ashford/GB, Fougères/F), Blankenheim (Zaventem/B), Dahlem (Sarzeau/F), Erftstadt (Wokingham/GB, Viry-Châtillon/F, Jelenia Góra/PL, Panketal/D), Euskirchen (Charleville-Mézières/F, Basingstoke and Deane/GB), Kall (Mol/B), Mechernich (Nyons/F, Skarszewy, PL), Kreuzau (Obervellach/A, Plancoët/F), Nettersheim (Zutendaal/B), Monschau (Bourg-Saint-Andéol/F), Rheinbach (Deinze/B, Kamenický Šenov/CZ, Sevenoaks/GB, Villeneuve -lès-Avignon/F), Schleiden (Pont-l’Abbé/F), Weilerswist (Carqueiranne/F), Whitnash/GB), Zülpich (Blaye/F, Kangasala/FIN, Elst/NL).